Lebenshaltungskosten in Paraguay

Re: Lebenshaltungskosten in Paraguay

Beitragvon Asuncion » So 16. Jan 2011, 01:50

Mein Senf,

200 Euro sind selbst zum Überleben fast nicht ausreichend, in Paraguay leben viele Familien mindestens von zwei Gehältern, die weitere Familie hilft mit aus, jeder guckt wo er sich rechtmässig oder unrechtmässig bereichern kann. Anders geht es nicht. Auf dem Plaza Uruguay kann man ein Zelt aufstellen, bis man von der Policia Nacional weg gejagt wird. Von einem Miethaus oder Wohung träumt man bei 200 Euro indess vergebens.

Wie der Admin schon sagt, vegetieren kann man in Deutschland wesentlich "komfortabler".

Für alle Outdoorprofis der Zukunft kann ich die Bücher von Rüdiger Nehberg empfehlen, da lernt man auch mit unter 200 Euro auszukommen. :daumen2:

Ciao
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Re: Lebenshaltungskosten in Paraguay

Beitragvon ekiamren » Mi 26. Jan 2011, 17:05

ich wusste gar nicht, dass die Menschen in Paraguay nur 100 bis 150 Euro verdienen - das ist eine absolute Katastrophe und grenzt eigentlich an Ausbeutung, wenn man bedenkt, wie viele Arbeitsstunden sie haben!
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Re: Lebenshaltungskosten in Paraguay

Beitragvon meineHeimat » Mi 23. Feb 2011, 19:23

Das die Menschen hier nur 100 bis 150 euro im Monat verdienen stimmt nicht.
Gesetztlich ist das Mindestgehalt vorgeschrieben, welches zur Zeit sich auf 260 euro im Monat beschränkt. Dieses verdient aber auch nur ein Anfänger. Das heisst wer etwas Gelernt hat und etwas bringt verdient sehr schnell mehr als das. Und wenn wir eine 5 Köpfige Familie rechnen die alle Arbeiten gehen sind schnell 1.300 euro im Monat vorhanden. Und dieses ist nicht ein seltener Fall. Wobei es klar ist das ein langjähriger Vater natürlich mehr verdient. Hier hält eine Familie noch zusammen und man rechnet anders als in Europa.
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Re: Lebenshaltungskosten in Paraguay

Beitragvon Christiane » Do 24. Feb 2011, 04:13

meineHeimat hat geschrieben:Das die Menschen hier nur 100 bis 150 euro im Monat verdienen stimmt nicht.
Gesetztlich ist das Mindestgehalt vorgeschrieben, welches zur Zeit sich auf 260 euro im Monat beschränkt. Dieses verdient aber auch nur ein Anfänger.


Das stimmt so nicht. Das Mindestgehalt gilt nur für Leute mit einem erlernten Beruf, Krankenschwestern usw. Ungelernte haben nur einen Anspruch auf 40% des Mindestgehaltes, das wäre dann ca. 104 € monatlich und auch die werden meist nicht bezahlt.

Der paraguayische Außenminister Héctor Lacognata verdient 11 Mill. Gs monatlich, das sind bei einem Kurs von 6.000 Gs für 1€ rund 1.800 €. Eine Haushaltshilfe bekommt vielfach nur einen Stundenlohn zwischen 2.500 und 3.000 Gs und hier wollen viele AG dann noch nicht mal Urlaubs- und Weihnachtsgeld bezahlen, ein Maurer verdient am Tag zwischen 50 und 80.000 Gs. Das sind jetzt die Löhne in und um der Hauptstadt, im Landesinneren wird noch weniger gezahlt.
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Re: Lebenshaltungskosten in Paraguay

Beitragvon meineHeimat » Di 1. Mär 2011, 21:39

Hallo,
Laut Gesetz: Eine Firma darf keinen Arbeiter unter Mindestgehalt Anstellen. Es sei denn, er wird nur Halbtags angestellt. Es hat schon einen Grund das der Staat, ein Mindestgehalt festlegt. Wäre dieses nicht so, würde es dieses Gesetz nicht geben.
Keine Firma kann Jemanden Versichern, welches auch Gesetz ist, unter Mindestgehalt. (Normale Volljährige und Vollzeitig) Ich Arbeite damit.
Ein Dienstmädel darf nicht unter 605.000.-Gs. im Monat Verdienen und muss Versichert sein. Das Leben (ihr Unterhalt) muss Gratis sein, fuer diesen Lohn. Wenn ein Arbeitgeber sich nicht an diese Regeln hält, kann es ganz schlimme Gerichtsprobleme geben. Z.B. Ein Mädel ist 19 Jahre alt, Arbeitet in einer Aufnahme, (kein Beruf erlernt), diese muss mindestens 1.507.000.-GS. Verdienen im Monat. (Laut Gesetz) Das gleiche gilt fuer einen jungen Mann der als Helfer in einer Werkstatt Arbeitet. Mindestlohn muss gezahlt werden. Nur Arbeiter die beim Arbeitgeber Wohnen wie Dienstmädels und Estancia (Ranch) Arbeiter werden anders Abgerechnet und Minderjährige.
Klar, viele, viele halten sich nicht daran und solange wie der Arbeiter nicht aufs Gericht rennt, läuft das so. Allerdings, zahlt der Arbeitgeber das entsprechende nicht, was natürlich jeder Paraguayer weiss, was Pflicht ist, gibt es des öfftern mal Eingebrochen oder sonstigen Diebstahl, so holen sich manche Einheimischen halt das Geld was länger fehlte und vom Arbeitgeber nicht gezahlt wurde. Das ist nicht schön! Es ist auch nicht schön wenn der Arbeitgeber sich nicht am Gesetz hält.
Ungelernte Leute muessen meisst schwere Körperarbeiten erledigen, dafür muss genauso gut Mindestgehalt gezahlt werden und Versichert. Arbeiten diese schon längere Zeit bei einer Firma, erhalten diese auch meistens mehr als Mindestlohn. Ich kenne genug davon.
Es stimmt das einige Privathäuser die Putzfrauen extrem wenig zahlen, finde ich total Falsch, ist schliesslich Knochenarbeit. In der Asuncioner Gegend wird man kaum jemanden kriegen unter 7.000.-Gs./St., während ich im Inneren des Landes einige Orte kenne, wo diese Arbeit nicht unter 15.000.-Gs/St. geleistet wird.
Also wenn es Wahr ist das eine Unberufliche Person die vollzeitig Arbeitet nur Anspruch hat auf 40% Mindestlohn, ist dieses Gesetz Gestern rausgekommen und noch nicht Bekannt gegeben. Denn auf die Stauerämter und Versicherungen bin ich jede Woche und höre diese Aussage zum aller ersten male.

Ist und bleibt wie es ist, jeder sollte schauen das es richtig ist und
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Re: Lebenshaltungskosten in Paraguay

Beitragvon Christiane » Mi 2. Mär 2011, 00:56

meineHeimat hat geschrieben:Also wenn es Wahr ist das eine Unberufliche Person die vollzeitig Arbeitet nur Anspruch hat auf 40% Mindestlohn, ist dieses Gesetz Gestern rausgekommen und noch nicht Bekannt gegeben. Denn auf die Stauerämter und Versicherungen bin ich jede Woche und höre diese Aussage zum aller ersten male.


Nein, dieses Gesetz ist nicht gestern raus gekommen, sondern besteht schon einige Jahre. Im Código del trabajo steht unter Kapitel IV Art. 151 folgendes:

La retribución en dinero a los trabajadores domésticos no podrá ser inferior al 40% (cuarenta por ciento) del salario mínimo para tareas diversas no especificadas de la zona del país donde preste servicio.

Übersetzt heißt es, das Hausangestellte nicht weniger als 40% des Mindestlohnes verdienen dürfen.

Als Hausangestellte gelten auch Gärtner, meist verdienen diese allerdings etwas mehr als die Leute die im Haus arbeiten. Auch ist es gang und gäbe ungelernte Personen nicht mehr zu bezahlen. Warum hat Paraguay z. B. ein Problem mit Krankenschwestern? Diese haben die Uni besucht, haben ihren Abschluß gemacht und bekommen in den staatlichen Krankenhäusern noch nicht mal den Mindestlohn bezahlt. Darum gehen ja auch so viele von ihnen nach Spanien. Dort bekommen sie zwar auch "nur" 800,00 € Gehalt im Monat, aber das ist immer noch mehr als sie hier verdienen.

Aber egal, wenn Du jede Woche auf den Steuerämtern bist und diese Leute die Gesetze auch nicht kennen, solltest Du dir vielleicht doch mal ein Código del trabajo zulegen. Gibt es in jeder Buchhandlung und ist auch nicht teuer.

Gruß

Christiane
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Re: Lebenshaltungskosten in Paraguay

Beitragvon Networker » Mi 2. Mär 2011, 20:24

Hallo allerseits,

dazu hätte ich eine Frage: wir haben eine Hausangestellte, die zwar nicht bei uns wohnt, aber 6 Tage zu je 8 Stunden bei uns arbeitet. Wir zahlen ihr den korrekten Mindestlohn (1,5 Mio) - aber wie das mit der Anmelderei ist, wissen wir nicht - und sie kann oder will uns da nicht weiterhelfen. Ich habe mal gehört, dass ich sie lediglich bei IPS anmelden muß, habe aber das Gefühl, sie will das nicht. Immer wenn wir sagen: "so, Mädel - so langsam müßten wir jetzt mal dahin" .... wiegelt sie ab und findet "manana" viel besser........

Hat jemand eine Idee, wieso sie das nicht will? Müßte sie dort was zahlen, oder wo ist das Problem bei der Sache? Ich würde gern alles entsprechend den gesetzlichen Vorschriften machen, dann kann mir auch keiner was....



danke
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Re: Lebenshaltungskosten in Paraguay

Beitragvon Christiane » Do 3. Mär 2011, 00:41

Hallo Networker,

stimmt, die meisten wollen die Anmeldung nicht, weil dann ein bestimmter Prozentsatz (ich glaube 7%) vom Lohn bezahlt werden müssen. Da die IPS sowieso kaum Medikamente hat und man für eine Behandlung, wenn man krank ist, stundenlang warten muss, wollen sie das nicht. Kann aber auch sein, dass ihr Mann, falls sie verheiratet ist, dort schon versichert ist und sie deshalb nicht angemeldet werden will, da sie ja dann automatisch über den Mann versichert ist. Sicherer ist es auf jeden Fall für Dich, wenn Du sie anmeldest.

Gruß

Christiane
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Re: Lebenshaltungskosten in Paraguay

Beitragvon CowboyChris » Mi 9. Mär 2011, 18:48

Asuncion hat geschrieben:Mein Senf,

200 Euro sind selbst zum Überleben fast nicht ausreichend

Ciao


Also für Essen, Trinken und Zigarretten reichen 200.-€ im pro Person locker.
Für den Rest wie z.B Strom, Wasser, TV, Internet und Krankenversicherung kann man noch mal ca 120.-€ rechnen.
Achtung! Krankenkassen nehmen hier ab 55 Jahre Gammelfleisch Aufschlag. :D
Miete, naja kommt immer drauf an was und vor allem wo man was sucht.
Apartments in der Vorstadt kriegt man für um die 500.000Gs bis 700.000Gs
Weiter draußen mehr ländlich, also so wie ich wohne kriegt man schon kleine Häuser ab 300.000Gs.
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