von energie » Mo 5. Sep 2011, 02:14
Hallo Cecillia,
Bin die Frau von Energie und möchte dir ein paar klärende Worte schreiben. Ich bin 2004 und 2005 schon 5 x hier gewesen. Bei meinem ersten Besuch, ganz klar mit dem Ziel, hier in Py als Lehrerin zu arbeiten. Ich kenne fast jede deutschsprachige Schule hier im Land, hab dann aber zu lange gezögert und war anschließend über die Altersgrenze von damals 47 Jahren. Ich habe es schon so oft bereut, dass ich diesen Schritt damals nicht durchgezogen habe. Gut, meine Kinder brauchten ihre Mama noch. Sie waren beide mitten im Studium oder kurz vor dem Abi und waren auch auf meine finanzielle Unterstützung angewiesen. Seit etwas mehr als 1 Jahr leben wir nun hier, die Kinder sind in Deutschland und ich hoffe, dass sie sich bald entschließen auch hier her zu kommen. Das Land und das Leben hier haben ihre zwei Seiten. Je nach dem, welche Ansprüche und Erwartungen man an sein neues Leben stellt. Für uns hat es einen sehr hohen Qualitätsgewinn. Es lebt sich hier viel ruhiger, die Natur ist super, und täglich entdeckt man was absolut Neues.
Es gibt auch Leute hier, die vermissen, Shopping, Events und Action und kulturelle Highlights. Die werden hier auf Dauer nicht glücklich und schon gar nicht im Chaco. Der Chaco hat seinen ganz besonderen Reiz, aber es ist wenig los. Da kann man nicht mal schnell durch das Shoppingcenter schlorchen und mit schick Essen gehen sind die Möglichkeiten doch sehr gegrenzt. Aber was es dort gibt, macht Sinn und ist qualitativ hochwertig. Was auch durchaus mit der Lebensphilosophie der Mennos zu tun hat. Sie leben in jeder Hinsicht einfach etwas bewusster und nachhaltiger. Ich bin zwar keine Mennonitin, aber ich habe mich auch damit auseinander gesetzt und hätte kein Problem damit. Bist du selbst Mennonitin? Wenn nicht, dann beschäftige dich mal damit, es lohnt sich. Sie haben viele gute Ansätze und setzen sie auch um.
Ich könnte mir auch vorstellen, dass deine Kinder davon provitieren und dass sie sich auch dort wohlfühlen könnten. Sie lernen eine neue Kultur kennen, lernen schon sehr früh spanisch (damals wurde darüber nach gedacht, ob nicht auch in jeder deutschen Schule, Spanischunterricht als Pflichtfach unterrichtet werden sollte. Was daraus geworden ist weiß ich jetzt nicht. Habe mich darum nicht mehr gekümmer.) Es gibt auch die Möglichkeiten deine Kinder an der Fernschule über das Goethe Institut, zuhause zu unterrichten. Auf der Seite findest du die Angaben oder frag mal dort nach. Die Fächer sind so ausgewählt, dass sie dem deutschen Lehrplan entsprechen und werden als Schuljahre anerkannt, so dass deine Kinder keine Jahre verlieren.
Tja, das mit der medizinischen Versorgung ist Ansichtsache. Der Sohn von unseren Freunden hatte kürzlich einen Modoradumfall und hatte mehrere Wirben im Lendenbereich gebrochen. Keiner glaubte, dass er je wieder laufen kann. Im Unfallkrankenhaus hier in ASU haben Sie seine Wirbenl wieder zusammengenagelt, so das er in etwa einem Jahr wieder vollständig laufen kann. So schlecht sind die Ärzte hier auch wieder nicht. Schon gar nicht die Krankenhäuser und Krankenstationen, die die Mennos betreiben. Sie genießen hier einen sehr guten Ruf, denn sie sollen sehr sauber sein. Dass in Chaco nicht jeder Facharzt da sein kann ist wohl klar, deshalb werden spezielle Fälle dann in ASU weiter behandelt. Und mit deiner Absicherung, die du aus Deuschland als Programmlehrer oder Auslandsdienstlehrkraft mitbringst, sind die Kosten für private Behandlungen keine Problem.
Nun zum Thema Dengue. Dengue ist nicht wirklich gefährlich, wenn sie rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Eine Kollegin aus Bayern hat sich Dengue in Ägypten, in einem 5 Sterne Hotel geholt. Da muss man nicht erst nach Py kommen, das kann man auch in Südeuropa bekommen. Wenn hier der Notstand ausgerufen wird, dient es in erster Linie dazu, die Leute, und das medizinische Personal dafür zu sensibilisieren. In Deutschland wenn Notstand ausgerufen wird, will man in erster Linie viel Impfstoff verkaufen. Denn Porbleme, gibt es nur dann, wenn die Menschen nicht rechtzeitig zum Arzt gehen, denn das kostet ja Geld. Bei Grippe mit Fieber ist Vorsicht angesagt. Dann lieber mal zum Arzt gehn und Blut auf Dengue untersuche lassen Darüber hat ja schon mein Mann ausführlich geschrieben. Gelbfieber und Malaria sind kein Thema hier. In Brasilien ja, hier nicht. Tollwut und Hepatitis, am besten im Chaco anfragen. Der Chef des Hotels in Filatelfia weis darüber bestens Bescheid und ist ein sehr, sehr netter Mensch.
Wenn du große Bedenken wegen Skorpionen, Spinnen und Schlangen hast, hilft nur eine Katze. Sie sind intelligent genug, diese Tierchen zu töten und halten das Haus sauber. Katzen sind die besten Schlangentöter. Unsere Katze hat das bewiesen. Die Skorpione sind nicht so gefählich, dass sie einen Menschen im Normalfall (Ausnahmen Allergien) töten können, Es tut halt sehr weh, wie bei einem Stich von einer Hornisse. Wir leben etwa 50 km von ASU und hatten schon Kontakt mit allem. Aber das ist kein Problem, das verdirbt mir auch nicht den Spass an Gartenarbeit. Mann muss halt ein paar Dinge beachten. Mein Motto. Der Streifen 3 m um das Haus herum ist mir! und da wird sowas nicht geduldet. Drausen im Campo gibt es eine Chance schnell zu entkommen.
Muchos saludos
Energiea